Der Architekt und der Bauherr sind seit Jugendtagen befreundet. Im Jahr 2008 wurden Pläne des Bauherren konkret, die Jahrhundertwendevilla (das Elternhaus im Süden von Wien) für die Anforderungen der Familie zu adaptieren. Dafür wurde seitens des Bauherren ein Zubau im Stil der historischen Villa angedacht.
Im Zuge des Entwurfes wurde der Bauherr für moderne Architektur sensibilisiert und entwickelte mit Fortdauer des Planungsprozesses eine hohe Wertschätzung für Architektur. Das Projekt veränderte sich von einer Kopie der klassischen Villa in einen zeitgemäßen Zubau. Während der Einreichphase stieß der Architekt zufälligerweise auf ein nahegelegenes Grundstück, welches den unausgesprochenen Wünschen des Bauherren und seiner Familie voll entsprach.
Nachdem der Kauf rasch abgewickelt war, wurde umgehend mit der neuen Planung begonnen. Durch den miteinander erarbeiteten Zugang zu moderner Architektur wurde ein zeitgemäßes Gebäude entwickelt.
In häufigen und intensiven Planungsgesprächen wurde folgende Typologie erarbeitet, welche auf das höhergelegene Fahnengrundstück am Rande der Besiedlung zugeschnitten wurde. Da es sich um einen Nordhang handelt, wurde die gesamte vertikale und horizontale Erschließung des Gebäudes (im Sinne eines Rückgrats) im Norden des Hauses positioniert. Dadurch sind alle Räume Richtung Süden orientiert; mit einem freien Blick in die Hügel- und Waldlandschaft.
Die Zufahrt zum über der Straße liegenden Haus erfolgt einerseits über einen Tunnel direkt in das Garagengeschoß, und andererseits entlang einer Allee zum, eine Ebene darüber liegenden, Eingangsgeschoß. Dieses befindet sich durch die Hanglage teilweise unter der Erde und beinhaltet neben dem Eingang einen Fitnessbereich, ein Kino, ein Heimbüro, sowie Wirtschafts- und Technikräume.
Die Hauptebene ist das Wohngeschoß. Sie liegt auf der gleichen Ebene wie der Pool und dem wie ein Hof gestalteten „Wohngarten“ und beherbergt die Funktionen Wohnraum, Wohnküche, Bibliothek und Wellnessbereich mit Indoorpool.
Vom Eingangsgeschoß in das Wohngeschoß hinaufkommend öffnet sich der Ausblick in den raumerweiternden Innenhof. Dieser ist mit dem Pool und dem wie ein Wohnzimmer gestalteten, dem Haus gegenüberliegenden Außenbereich, ein in der Parklandschaft liegendes, nach oben offenes Zimmer.
Das Schlafgeschoß ist mit den aufgefädelten Schlafräumen (mit jeweils eigenen Garderoben und Bädern in identer Ausführung) ähnlich wie ein Hotel gestaltet. Der Elternschlafbereich ist großzügiger ausgeführt. Er ist über einen lichtdurchfluteten Schrankraum erreichbar. Die Schlafzimmer bilden mit den Badbereichen eine räumliche Einheit. Eine klimatische Trennung ist durch eine Glaswand mit einer automatischen Glastüre gegeben.
Den krönenden Abschluß des Hauses mit einem beeindruckenden Panorama mittels Rundumverglasung, bildet das Turmzimmer mit weitläufiger Terrasse auf dem Flachdach.
Seine überzeugende Wirkung entfaltet das Haus K zu einem großen Teil aus dem überzeugenden räumlichen und funktionalen Konzept. Die Räume weisen klare Raum- und Sichtachsen auf. Die Fenster werden zu Gemälden, die im Rhythmus der Jahreszeiten wechseln.
Die konsequente und überlegte Ausbildung der Details und Verwendung der Oberflächenmaterialien unterstützen die Klarheit des Gebäudes. Als Ergänzung zu den großformatigen Fensterflächen und dem reduzierten Einsatz von Materialien, vermittelt der sandgestrahlte Beton eine Geborgenheit und Wärme. Das hohe Maß an Detailplanung und abgestimmten Einsatz der einzelnen Elemente war durch einen intensiven und zeitaufwendigen Austausch zwischen Architekt und Bauherr direkt vor Ort möglich. Der während der Planungsphase entwickelte Sinn des Bauherren für moderne Architektur bestätigt sich jetzt im täglichen Gebrauch in der hohen Wertigkeit dieses auf seine Bedürfnisse maßgeschneiderten Hauses.
Hinsichtlich der technischen Anforderungen wurde das Gebäude auf dem Status-Quo der Haustechnik und Bauphysik errichtet. 3-fach Verglasungen, hochwertige Wärmedämmung, kompakte Gebäudeform, Wohnraumbelüftung und Wärmerückgewinnung, Erdwärmenutzung mit Tiefenbohrungen, Solarpanele und Photovoltaik, sowie Regenwassernutzung.